Foto: GEZE GmbH
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Eingang zur Höhlenreplik mit automatischen Slimdrive SL NT-Schiebetürsystemen Foto: GEZE GmbH
Eingang zum Lernparcours über eine manuelle asymmetrisch geteilte Brandschutztür Foto: GEZE GmbH
Ausgang des Lernparcours: zweiflügelige automatische TSA 160 NT-IS-Drehtürsysteme mit integrierter Schließfolgeregelung Foto: GEZE GmbH

Publikumsliebling aus bunter Vorzeit: Riesige Höhle von Lascaux nachgebaut - GEZE Türtechnologie führt zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit

In der französischen Dordogne war GEZE beim bisher aufwendigsten Nachbau der prähistorischen Höhle von Lascaux mit mehr als 2000 Malereien in Originaltreue beteiligt. Die Geschichte der Höhle ist so interessant, dass nicht nur die Gebäudetechnik der Replik zur Sprache kommen darf.

Sie sollen in der jüngeren Altsteinzeit entstanden sein und werden auf mindestens 17.000 vor Christus datiert: Die Wandmalereien in der Originalhöhle gelten als ältestes Zeugnis menschlichen Kunstschaffens. Auf Pablo Picasso wirkten sie so modern, dass er bei seinem ersten Besuch der „Grotte de Lascaux“ ausgerufen haben soll: "Wir haben nichts dazu gelernt!" Die zufällige Entdeckung der Höhle im Jahr 1940, als vier neugierige Jungs durch einen Wald in der Nähe des Städtchens Montignac streiften, war eine Sensation. In größter Vielfalt und Vollendung kamen die bis heute besterhaltenen prähistorischen Malereien Europas zum Vorschein – mehr als 2000 Figuren und Zeichen, fast ausschließlich Tierdarstellungen. Seit 1979 gehört die Höhle zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Von Lascaux zu Lascaux IV
Schon ab 1948 strömten Abertausende Besucher hinein, um die in die Felsreliefs gemalten oder gravierten dreidimensional wirkenden Stiere, Auerochsen, Wisente, Büffel, Wildpferde, Hirsche oder Bären im Original zu bestaunen. Der Bilderpracht tat das auf Dauer nicht gut, so dass die Höhle 1963 geschlossen wurde. Am Fuß des Höhlenhügels wurde nun die dritte und gelungenste Replik mit offiziellem Namen "Centre International d’Art Pariétal – Lascaux IV" (dt.: Internationales Zentrum für Höhlenkunst) eröffnet. "Lascaux IV" ist der vollständige Nachbau des Originals. Notwendig wurde dieser, als auch die bisherigen Nachbauten aufgrund des Besucheraufkommens an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stießen.
 

Höhlenarchitektur mit moderner Gebäudetechnik
Wie in den Übergang zwischen Waldhügel und Tal in den Berg hineingeschoben, mutet der Gebäudekomplex an, der den Höhlennachbau umschließt. Licht kommt in das 150 Meter lange Spitzkantengebäude mit einer Gesamtfläche von 8500 Quadratmetern über die einzige Seiten- und die verglaste Dachfassade herein. Der andere Gebäudeteil ist ein unterirdischer Komplex aus Kammern und Tunnels – eine Nachbildung der Höhle in Originalgröße mit 900 Quadratmetern Höhlenwänden. Möglich machten dies eine Investitionssumme von fast 60 Millionen Euro, ein Höhlenkonzept, das dem Architekten-Team des norwegischen Büros Snøhetta internationales Renommee bescherte, fast 40 Künstler, 150 Unternehmen und der Einsatz modernster Gebäude- und Museumstechnik.


GEZE Türautomatik markiert den Beginn des hoch modernen Ausstellungsuniversums. Zwei automatische Schiebetüranlagen mit Slimdrive SL NT-FR-Antriebssystemen als äußere Türen der beiden großzügigen Windfänge fügen sich harmonisch-dezent in die sich über das gesamte Gebäude erstreckende Glasfassade ein. Die gleiche Lösung mit den nur sieben Zentimeter hohen „Slimdrives“ wurde für die Innentüren der Windfänge gewählt. Drei Meter hoch und mit einer Durchgangsbreite von über zwei Metern ermöglichen die „Zwillingsanlagen“ – barrierefrei und komfortabel – auch bei größtem Besucheraufkommen einen entspannten Zugang ins Foyer. Die Öffnungsweite, die Offenhaltezeit, und die Schließgeschwindigkeit der Türen können individuell eingestellt werden. Moderne, intelligente Steuerungstechnik passt die Offenhaltezeit an den Besucherstrom an. Wird die Durchgangsfrequenz größer, werden die Türflügel automatisch länger offengehalten. Ein schnelles und sicheres Verlassen des Gebäudes im Gefahrenfall wird durch die redundant ausgeführte Antriebs- und Steuerungstechnik sichergestellt.
 

So authentisch wie möglich sollen die Besucher die ersten Eindrücke und Gefühle der vier jugendlichen Entdecker nachempfinden können. Über eine Dunkelzone zur „Einstimmung“ gelangt man in eine Art Vorraum mit zwei hintereinander angeordneten einflügeligen automatischen Slimdrive SL NT-Schiebetürsystemen. Tiefschwarze Türflügel unterstreichen das „Sesam-Öffne-Dich-Gefühl“ zur 240 Meter langen Höhlenreplik. Nach dem Genuss der einzigartigen Bilderwelt erwartet die Besucher ein Lernparcours mit neuesten virtuellen Bild-Technologien, der ihnen über das reine Entschlüsseln und Verstehen der steinzeitlichen Malereien hinaus weitere Wissensbereiche rund um die Höhle anbietet.


In den Lernparcours gelangt man über eine zweiflügelige manuelle Tür. Sie erleichtert dem Museumspersonal den Einlass einer jeweils begrenzten Besucherzahl, damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig darin aufhalten. GEZE Türschließersysteme bieten optimale Lösungen für asymmetrisch geteilte Brandschutztüren. Die nicht sichtbar in die filigrane Gleitschiene integrierte Schließfolgeregelung sorgt dafür, dass der Gangflügel offengehalten wird, d. h. so lange „wartet“, bis der Standflügel geschlossen ist. Nach dem Begehen – ganz besonders durch flüchtende Menschen im Gefahrenfall – schließen beide Türflügel wieder einwandfrei, so dass die Brand- bzw. Rauchschutzfunktion der Tür erneut gegeben ist.


Automatische Drehtürsysteme sind Teil des szenografischen Geschehens in den miteinander verbundenen Ausstellungs- und Projektionssälen: Das „Théatre de l’art pariétal“ zeigt die zentrale Bedeutung der Grotte de Lascaux in der Erforschung der Höhlenmalerei weltweit. Ein 3D-Kino lässt einen die Originalhöhle bis ins kleinste Detail erkunden. Interaktiv werden in der „Galerie de l’imaginaire“ die Zusammenhänge zwischen Höhlenmalerei und moderner Kunst präsentiert. Die Türen schließen selbsttätig, sobald die Projektion beginnen kann, und öffnen, wenn sie vorüber ist. Selbstverständlich sorgen hierbei Sensoren für die notwendige Sicherheit an den speziellen schweren Schallschutztüren. Sie sorgen sie dafür, dass die Geräusche der Vorführungen nicht in den nächsten Saal dringen. Kein Problem für die „starken“ Powerturn-Antriebssysteme (ebenfalls in „7-cm-Optik“!). Sie bewegen die Türflügel leise und leicht und haben sich auch als ideale Lösung für einen sicheren und zügigen Besucherfluss zwischen den Sälen erwiesen. Dank der Smart swing Funktion können die Türflügel trotz ihres Gewichts auch mühelos manuell geöffnet werden.


Den letzten Projektionssaal verlässt man über eine zweiflügelige automatische Drehtür, die mit TSA 160 NT-IS Antrieben das kontinuierliche Öffnen und Schließen der Türflügel zuverlässig und komfortabel bewältigt. Mit dem zweiten kleineren Bedarfsflügel kann die Tür ganz besonders flexibel genutzt werden. Die Bewegungsparameter beider Türflügel sind auch an dieser Tür individuell einstellbar. Die Tür bietet Barrierefreiheit und Fluchtwegsicherheit zugleich. Im Gefahrenfall lässt sie sich auch mit der Hand öffnen und wirkt dann wie eine mit einem Türschließer ausgestattete Tür.


Maßgeschneiderte Lösungen mit dem GEZE Serienprogramm
Für eine optimale Projektumsetzung waren die Experten der Bauberatungs- und Projektierungsgesellschaft VPEAS aus Bordeaux bei den Architekten genauso wie bei den bauausführenden Unternehmen tonangebend. Auf ihrer Expertise und langjährigen Erfahrung mit Museumsobjekten basiert auch die Wahl der Bauelemente.

„Das Produktprogramm von GEZE lieferte perfekte Lösungen für dieses einmalige Objekt. Sie verbinden die Funktionalität und die minimalistische Ästhetik, auf die es in den meisten bedeutenden Architekturobjekten ankommt. Das gilt für die automatischen Türsysteme ebenso wie für die Türschließer. GEZE ist einer der wenigen Anbieter multifunktionaler Türen, die über Sicherheitsanforderungen hinaus auch Designkriterien der Architekten erfüllen“, so der VPEAS-Objektexperte Xavier Favand.